Ich habe es hier ja schon öfter erwähnt –  Meditation hat mein Leben verändert. Das mag sich jetzt vielleicht etwas übertrieben anhören, doch für mich ist es wirklich so.
Hättest du mir das vor 4 Jahren gesagt, hätte ich dich wahrscheinlich ausgelacht. Ich war immer die Laute, die Hektische, die Wuselige… Ruhe und Entspannung waren ein absolutes Fremdwort für mich. Ich wusste einfach nicht, wie Entspannung geht, war immer getrieben und hatte Angst meine Zeit mit so etwas unnötigem wie Entspannung zu vergeuden.

Einige Zeit nach dem Tod meines Vaters merkte ich, dass diese innere Unruhe mir nicht mehr gut tat. Das ständige „on tour“ sein, was mich vorher, wie ich dachte, ausgemacht hatte, raubte mir meine letzten Kräfte. Ich konnte nicht mehr, war völlig ausgebrannt. Dazu kam diese furchtbare Unlust am Leben, die ich seit dem Tod meines Vaters spürte. Alles war so sinnlos und so unwichtig. Das, was ich Anfangs durch das ständige Machen noch wegdrücken konnte, brach nun in der Erschöpfung völlig über mich ein.
Ich habe ja bereist in einem anderen Blogartikel davon erzählt, wie ich über den MBSR-Kurs zur Achtsamkeit kam. Dieser Kurs und die damit verbundene Meditationspraxis eröffneten mir eine völlig neue Welt.

Aber was ist eigentlich Meditation?

Wenn man in Büchern und im Internet anfängt zu suchen, dann findet man zahlreiche Definitionen und Beschreibungen von Meditation.
Häufig wird die Meditation nur aus religiöser oder esoterischer Sicht gesehen. Für mich hat Meditation mit beidem nichts zu tun.

Für mich ist die Meditation vielmehr eine höchst persönliche, spirituelle Erfahrung. Ich erreiche in der Meditation einen Seinszustand, der sich mit meinen Worten schwer beschreiben und mit meinem Verstand schwer erfassen lässt. Am besten lässt es sich für mich noch so beschreiben: In der Meditation erreiche ich einen Bewusstseinszustand vollkommener Klarheit und Präsenz. Ich fühle mich intensiv verbunden mit meiner eigentlichen Essenz, geborgen und sicher. Es ist einfach ein wunderschöner Ort, an dem ich mich unheimlich gerne aufhalte.
Die Meditation ist von daher für mich weniger eine Technik zum Entspannen (dies ist ein schöner Nebeneffekt), sondern vielmehr ein Seinszustand, der mich mit meiner tiefsten Wahrheit verbindet, mir Klarheit schenkt und mir so oft die Augen öffnet.

Aber wie lebe ich Meditation nun in meinem Alltag?
Ich habe für mich unterschiedliche Möglichkeiten gefunden, die Meditation in meinen Alltag zu integrieren und möchte dir heute drei davon vorstellen:

Morgenmeditation
Ich habe für mich mittlerweile eine feste Morgenroutine entwickelt, die ich auch schon einmal in meiner Facebook-Gruppe geteilt habe. Ich werde aber auch noch einmal einen Blogartikel hierüber verfassen, da es mir damit einfach so gut geht. Diese Zeit am Morgen gehört nur mir, es ist meine ultimative Ich-Zeit!

Ich nehme mir für die Meditation meist 20-30 Minuten Zeit, setze mich in mein Wohnzimmer und mache  mir ein gemütliches Licht oder Kerzen an und richte meine Aufmerksamkeit nach innen. Mittlerweile meditiere ich meist ohne Anleitung, entweder im Stillen oder mit einer schönen Musik, z.B. von Snatam Kaur oder Jai-Jagdeesh. Anfangs habe ich aber gerne geführte Meditationen genutzt, z.B. von Laura Seiler, meinem Achtsamkeitslehrer Alexander Kopp oder über Meditationsapps.
Welche Art der Meditation ich mache, entscheide ich je nach Tagesform und aktueller Situation. Wenn ich unruhig und nervös bin und Ruhe brauche, mache ich meist eine Atem-Meditation. Möchte ich mich bewusst entspannen, mache ich einen Bodyscan oder eine Traumreise. Wenn ich Klarheit oder eine Entscheidungshilfe brauche, mache ich eine Visualisierungs-Meditation und wenn ich aus dem Grübeln nicht raus komme, mache ich eine Gedanken-Meditation.

Vielleicht denkst du dir jetzt, das ist ja alles schön und gut, aber 30 Minuten am Morgen habe ich nicht. Auch ich hatte diese Zeit früher natürlich nicht einfach als ungenutzte Zeit zur Verfügung. Ich habe aber bereits nach wenigen Wochen gemerkt, wie gut mir die morgendliche Meditation tut, so dass ich mir die Zeit dafür bewusst genommen habe. Konkret bedeutet das, dass ich in der Woche meist um 5 Uhr aufstehe, um dann 1 ½ Stunden für mich zu haben und die ersten 30 Minuten gehören ganz der Meditation. Dementsprechend habe ich meinen Schlafrhythmus angepasst und versuche so oft es geht, um 22 Uhr im Bett zu sein. Jetzt in der Schwangerschaft merke ich, dass 7 Stunden Schlaf nur knapp ausreichen, so dass ich mich immer feiere, wenn ich vor 22 Uhr bereits im Bett liege.

Ganz ehrlich, ich glaube, wir haben alle viel zu tun und können 1000 Argumente finden, warum das gerade bei uns nicht möglich ist. Aber die Wahrheit ist, wir haben alle dieselben 24 Stunden zur Verfügung. Die Frage ist einzig und allein, wie du diese Zeit nutzt und verplanst. Und ich kann dir nur empfehlen, davon wenigstens eine Stunde, einfach für dich zu nutzen.

Kurze Meditation zwischendurch
Neben der täglichen Meditationspraxis am Morgen, setze ich die Meditation auch immer mal wieder zwischendurch in meinem Alltag ein. Gerade an Tagen, an denen ich gefühlt von einem Termin zum nächsten hetze, tut mir das unglaublich gut. Bei der Arbeit gehe ich dafür teilweise tatsächlich auf die Toilette. Dort nehme ich mir einfach 2 Minuten für mich. Schließe die Augen, verbinde mich mit meinem Herzen, indem ich auf meinen Herzschlag achte und richte meine Aufmerksamkeit auf auf meinen Atem und beobachte, wie er in meinen Körper ein- und wieder ausfließt. Diese zwei Minuten sind für mich im Alltag immer wieder Gold wert.

Dankbarkeitsmeditation am Abend
Abends nehme ich mir gerne noch die Zeit, um in die Dankbarkeit zu gehen. Dafür braucht es auch nicht mehr als 2 Minuten. Ich setze mich dafür auf mein Sofa oder in mein Bett, schließe die Augen und gehe den Tag noch einmal rückwärts durch mit dem Fokus auf Momenten, für die ich dankbar bin. Ich ergänze die Meditation manchmal noch, indem ich mich frage, für welche Person, für welche Erfahrung und für welche Eigenschaft von mir ich gerade dankbar bin. Mir hilft diese Meditation immer wunderbar dabei, abzuschalten, den Tag hinter mir zu lassen und meine Gedanken auf Fülle und die Schönheit des Lebens zu richten.

Ich hoffe, ich konnte dich mit diesem Artikel ein wenig für die wunderbare Welt der Meditation begeistern. Falls du gerne starten möchtest und nach geführten Meditationen suchst, findest du auf meiner Seite unter Meditationen ein paar eingesprochene Meditationen, ebenso wie auf meinem Youtube-Kanal.

Ich wünsche dir ganz viel Spaß bei dieser wundervollen Erfahrung und freue mich auf deine Rückmeldung.

Alles Liebe,
Deine Vanessa