Ich habe hier schon öfter davon erzählt, dass ich während meiner Trauer irgendwann eine Morgenroutine entwickelt habe, die mir so gut getan hat, dass ich sie heute nicht mehr wegdenken kann. Da einige von euch bereits danach gefragt haben, möchte ich sie heute im Detail einmal mit euch teilen.

Meine Morgenroutine hat mir vor allen in Zeiten der intensiven Trauer sehr dabei geholfen, einen Grund zu finden, um aufzustehen und meinem Tag einen positiven Ausgangspunkt zu geben. Von daher kann ich jedem nur empfehlen,  für sich ein Ritual zu finden, dass einem morgens gut tut und einem dadurch aus dem Bett hilft. Daher ist es eigentlich ideal, gerade in schwierigen Zeiten mit der Morgenroutine zu beginnen.

Eins vielleicht vorweg gesagt…

Ja, für eine Morgenroutine braucht man Zeit oder besser gesagt, man muss sich Zeit dafür nehmen. Auch ich habe in all den Jahren ohne Morgenroutine morgens nicht rumgechillt, ohne zu wissen, was ich mit meiner Zeit anfangen soll. Das heißt, in dem Moment, in dem wir uns dafür entschieden, ein solches Ritual in unser Leben zu integrieren, dürfen wir auch ein Agreement mit uns selbst schließen, dass wir uns die Zeit dafür nehmen. Bei mir hat das dazu geführt, dass ich morgens zwischen 05:00 und 05:30 Uhr aufstehe. Dementsprechend habe ich auch meinen Schlafrhythmus angepasst und versuche, spätestens um 22 Uhr im Bett zu liegen. Meine Morgenroutine ist mit 60-90 Minuten aber auch schon recht lang. Für den Anfang reicht es völlig aus, wenn du dir 30 Minuten für dich einplanst und mit der Zeit wirst du sehen, was das mit dir macht und wie viel Zeit am Tag du mit dir selbst verbringen möchtest.

 

Wie sieht nun also meine Morgenroutine aus?

  1. Ayurvedisches Zungeschaben

Wenn mein Lichtwecker mich morgens weckt, ist mein erster Gang ins Badezimmer, wo ich meine Zunge schabe. Das Zungeschaben kommt aus der ayurvedischen Medizin, die davon ausgeht, dass über die Zunge als Verlängerung des Magen-Darm-Traktes über Nacht viele Giftstoffe und Bakterien ausgeschieden werden, die, falls wir morgens als erstes etwas trinken, einfach wieder runtergespült werden. So einmal ganz einfach und laienhaft erklärt. Wenn du mehr darüber erfahren möchtest, findest du auf dem Blog von Dr. Janna Scharfenberg.

  1. Meditation

Mein zweiter Gang ist immer auf mein Meditationskissen, welches ich im Sommer auch gerne einmal in den Garten lege. Ich nutze die wunderbare Ruhe und Stille am Morgen, um mich mit mir und meinem Inneren zu verbinden. In einem der letzten Blogartikel habe ich euch hierzu bereits ausführlich beschrieben, wie ich vorgehe und wie man meiner Meinung nach schnell und einfach mit dem Meditieren anfangen kann.

  1. Heißes Wasser und warmes Müsli

Nach der Meditation gehe ich in die Küche und setze mir heißes Wasser auf. Auch dieses Morgenritual aus der ayurvedischen Medizin tut mir sehr gut und ich kann es dir nur empfehlen, es einmal für eine Woche auszuprobieren. Falls dir heißes Wasser alleine zu fade schmeckt, kannst du dir auch einen Spritzer Zitrone oder einen Löffel Apfelessig hineinmischen.

Parallel zum Wasser, setze ich mein Müsli mit etwas Mandel- oder Hafermilch auf. Ich ernähre mich mittlerweile seit 3 Jahren zucker- und kuhmilchfrei (falls dich das interessiert, schreib mir gerne mal eine Nachricht, dann mache ich dazu auch mal einen Blogartikel) und mische mir mein Müsli, bestehend aus Buchweizenflocken, glutenfreien Haferflocken, Reisflocken, Kokosflocken, Sesam, Leinsamen und Flohsamenschale dementsprechend selbst zusammen. Je nach Lust und Laune mische ich noch frisches oder trockenes Obst mit rein.

  1. Journaling

Während das Müsli vor sich hin kocht, genieße ein meine Tasse heißes Wasser auf der Couch und schreibe dabei in mein Journal. Jeden Tag stelle ich mir hierbei folgende Fragen:

  • Wofür bin ich gerade dankbar?
  • Was war gestern mein schönster Moment?
  • Wer und wie möchte ich heute sein?
  • Worauf möchte ich heute meinen Fokus richten?
  • Wann wird dieser Tag zu einem richtig gelungenen Tag?

Diese Fragen helfen mir auch in schwierigen Momenten immer wieder dabei zu erkennen, wie viel Gutes und Schönes in meinem Leben ist und selbst, wenn ich mit schlechter Laune aufgewacht bin, bin ich nach dem Journaling eigentlich immer gut drauf.

5. Lesen

Falls ich dann noch Zeit und Lust habe, genieße ich mein Müsli zusammen mit einem guten Buch. Abends arbeite ich oft noch lange und bin dann meist zu müde, um zu lesen, so dass sich die Zeit am morgen dafür optimal anbietet. Das ganze ist aber natürlich flexibel handhabbar. Wenn ich mal recht früh einen Termin habe oder mir einfach nicht danach ist, lasse ich das Lesen und das Journaling auch mal ausfallen.

 

Ich hoffe, mein kleiner Einblick in meinen Morgen konnte dich ein wenig inspirieren und vielleicht hast auch du nun Lust bekommen, dir morgens etwas Ich-Zeit zu gönnen. Ich verspreche dir, du wirst einen immensen Unterschied im gesamten Verlauf deines Tages spüren.

 

Alles Liebe,

Deine Vanessa