Ich möchte heute über ein Thema mit dir sprechen, dass mich gerade viel beschäftigt und bewegt. Ich bin im 6. Monat schwanger und werde Mama ?. Mein Freund und ich freuen uns riesig und ich genieße bisher eine wunderbare und entspannte Schwangerschaft.

In den letzten 4 Jahren habe ich schon öfter daran gedacht, wie es wohl werden wird, schwanger zu sein und Mama zu werden ohne meinen Vater bei mir zu haben. Wenn ich mir darüber Gedanken machte, bekam ich häufig Angst vor dieser Zeit, weil ich dachte, dass in der Schwangerschaft meine Trauer noch einmal neu erweckt werden könnte und es mich so traurig machte, darüber nachzudenken, dass mein Kind seinen Opa nie kennenlernen würde.

Nach den ersten 6 Monaten Schwangerschaft stelle ich erleichtert fest, dass es nicht so ist! Die Trauer ist nicht zurückgekommen. Ganz im Gegenteil. Ich fühle mich im Moment so geerdet und verbunden mit etwas viel Größerem, für uns mit den menschlichen Sinnen nicht greifbarem, dass ich mich meinem Vater im Moment sehr nahe fühle. Ich habe eigentlich jede Woche Momente, in denen ich ihn spüre, ihn rieche oder höre – zuletzt tatsächlich an der Tankstelle.

Das mag sich für den ein oder anderen vielleicht etwas spooky anhören, aber ich habe hier ja schon öfter davon erzählt, dass ich meinen Vater spüren kann und mir sicher bin, dass er bei mir ist. Ich glaube daran, dass beim Tod lediglich die Hülle unserer Seele, in Form des Körpers stirbt und geht, die Seele aber bleibt. Hierzu mache ich aber vielleicht mal einen separaten Blogbeitrag.

Ich merke in jedem Fall, dass mein Vater mir in dieser aufregenden Zeit unglaublich viel Halt und Sicherheit gibt und ich spüre, dass er bei mir ist und jeden Schritt begleitet und sich freut Opa zu werden.

Als ich meiner Tante, der Schwester meines Vaters vor einigen Monaten sagte, dass ich schwanger bin, schrieb sie mir abends, dass sie direkt nach unserem Telefonat zum Friedhof gegangen und Papa davon erzählt hatte. Ich habe mich natürlich sehr über diese Geste gefreut, doch ich denke, dass es gar nicht nötig war. Mein Vater wusste es schon vor ihr und auch schon vor mir. Denn ich glaube, dass er mir diesen Engel geschickt hat.

Dieser Glaube nimmt mir auch die zweite Angst, die ich vor meiner Schwangerschaft hatte. Ja, es stimmt – mein Sohn wird seinen Opa als Menschen, wie ich ihn in Erinnerung habe nie kennenlernen, doch bin ich mir sicher, dass die beiden sich schon kennen und mein Vater für mich genau die passende kleine Seele ausgewählt hat, an der ich wachsen und das Leben weiter erforschen und kennenlernen darf. Von daher macht mich der Gedanke, dass mein Sohn seinen Opa nicht kennenlernt gar nicht traurig, denn er wird bei uns sein, bei jedem Schritt, den wir gehen und uns beschützen und stärken.

Hast du auch eine ähnliche Erfahrung in deiner Schwangerschaft gemacht?

Alles Liebe ?,
Deine Vanessa